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Vermisst & Gefunden

Projekt: "Schildkröte vermisst und gefunden"

Zahlreiche Schildkröten entkommen ihrem Gehege und die Besitzer suchen verzweifelt nach ihnen. Finder werden darauf aufmerksam und möchten bei der Besitzersuche behilflich sein. Um Finder und Besitzer zusammen zu führen, wurde 2015 die Gruppe "Schildkröte entlaufen- vermisst - gefunden" ins Leben gerufen. Dort werden Postings und Anzeigen rein geteilt, die anschließend übersichtlich in die Google Maps Karte eingepflegt werden.
Von Juni bis Dezember 2024 beteiligte sich der Schildkrötenverein Chüücha in und für diese Gruppe, um Tieren, Findern und Besitzern zu helfen, dass die Ausbrecher schnell wieder zurück nach Hause dürfen.


Im “Projekt Schildkröte entlaufen- vermisst - gefunden” wird das Finden und Suchen von Schildkröten erprobt und erforscht, wobei es hier ausschließlich um die Zusammenführung geht und nicht um beispielsweise die Gründe oder Haltungsbedingungen. Dabei sollte es den Forschungsmitgliedern zugesichert sein, sich auf den zur Verfügung gestellten Plätzen unter Einhaltung der Gruppenregeln entfalten und ihrem Wirken freien Lauf zu lassen, gleichgültig welchem Wirkkreis innerhalb des Projekts diese sich anschließen oder für welche Dauer sie sich einbringen, solange das Grundprinzip der Zusammenführung erstrebt und gelebt wird. 

 

Das Suchen und Finden soll im Rahmen der Vereinsprojekte und Vereinsstatuten festgehalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, der Hauptfokus liegt dabei im Nutzen der Facebookgruppe und Google Maps Karte, aber auch das Verteilen von Printmedien und allen anderen Wegen, die dem Projekt dienlich sind, dürfen erstrebt und umgesetzt werden. Das Gewinnen von Mitwirkenden und Fürsprecher dessen sind Bestandteile des Projekts, das besagte Grundprinzip wird eingehalten.

 

Zur Beschleunigung des Projekts ist das Gewinnen von Fördergeldern vorteilhaft, dazu kann auch die Zusammenarbeit mittels Förderbeiträgen, Sponsoring oder Kooperationen angestrebt werden. Die Einnahmen kommen gemäß der Vereinsstatuten dem Verein und seinen Projekten zugute.

Zeitrahmen

Das Forschungsprojekt „Schildkröte entlaufen- vermisst - gefunden“ startete im August 2015, der Verein selbst beteiligt sich seit Juni 2024. Das Projekt wurde vorerst auf 99 Jahre beschränkt und kann bei Bedarf verlängert werden.
Aus zeitlichen Gründen beschlossen wir, uns ab 21.12.2024 zurück zu ziehen, waren somit nicht mehr als Moderatoren dabei, pflegten die Maps Karte jedoch für einen schonenden Übergang bis Dezember 2025 fort. Ab Januar 2026 ist die Facebookgruppe und Google Maps wieder vollständig in den Händen der Moderatoren. Das Projekt wird somit fortgeführt, ist jedoch nicht mehr verpflichtender Bestandteil als Moderator unserer Vereinsarbeit.

Projekt Ergebnis

Innerhalb von 6 Monaten wurden für die Google Map Karte 4622 Pins generiert, die sich aufteilen in Fundtiere, vermisste Schildkröten und Happy Ends bzw. jenen, wo der Ausgang unklar ist (z.B. weil Originalpost gelöscht).

Parallel zur Aktivitätsphase der Schildkröten wurden die meisten Fundtiere und Vermisstenmeldungen zur warmen Jahreszeit generiert, ab November wurde es deutlich ruhiger.


Stand des Such- und Fundmeldungen im August 2025 in Prozent
Stand 10.08.2025

Unsere Hauptaufgabe lag darin, alle Meldungen, die in der Facebookgruppe gepostet wurden, in die Google Map einzupflegen. Dies gilt auch für Änderungen, also in sogenannte "Happy Ends". Wir durften dabei und bei regelmäßigen Überprüfungen der Google Map feststellen, dass leider sehr viele Meldungen nicht vom Ersteller oder jenem, der es teilt, aktualisiert werden. Das macht die Arbeit nicht nur zeitaufwändig, sondern erschwert die statistische Beurteilung. Viele Suchanzeigen und Vermisstenmeldungen wurden einfach gelöscht, sodass nicht nachvollziehbar war, ob die Schildkröten zurück beim Besitzer sind, einfach behalten werden, an Pflegestellen übergeben werden oder was sonst mit ihnen passiert. Besonders auffällig ist, dass in der Schweiz diese Aktualisierung fast vollständig vernachlässigt wurde, während in Norddeutschland ein hoher Anteil im Originalpost über den Ausgang informierte. Da jedoch von uns keine Statistik geführt wurde (es fehlte dazu an Zeit), sind die Angaben grobe Schätzungen.

Überraschend ist jedoch folgendes: bevor wir anfingen, unsere Arbeit aufzunehmen, sind wir davon ausgegangen, dass Fundtiere hauptsächlich typisch ungewollte Geschöpfe sind, quasi das klassische Urlaubstier, welches zu den Ferien ausgesetzt wird. Wir haben somit erwartet, dass ein besonders hoher Teil Wasserschildkröten ausmachen würde sowie Terrarientiere, denen man die Haltung deutlich ansehen wird, ebenso dass der Anteil an ungewollten männlichen Tieren besonders hoch sein würde. Überraschenderweise jedoch waren es verhältnismäßig wenig Wasserschildkröten, wovon wiederum ein Großteil tatsächlich zurück nach Hause fand. Auch männliche Landschildkröten wurden von Besitzern vermisst bzw. jene Fundtiere fanden zurück nach Hause. Demhingegen gab es viele, wunderschöne, ältere weibliche Landschildkröten, die gefunden und zum Großteil auch nicht vermisst wurden oder die Besitzer nicht über die Möglichkeit der Facebookgruppe darauf aufmerksam gemacht wurden.

Der zeitliche Aufwand ist wirklich enorm, allein unsere Arbeit mit der Google Map betraf je nach Saison durchaus seine 2-4 Stunden pro Tag. 

Dank der Google Map ist es möglich, zwischen den unsortierten und unübersichtlichen Postings die Suche im Umkreis zu ermöglichen, weshalb es uns ein großes Anliegen war, diesen zeitlichen Aufwand zu übernehmen.

Aufgrund vorheriger Probleme unter den Moderatoren wurde die Google Map doppelt geführt, einmal die Original Map, welche der Facebookgruppe gehört, und zusätzlich eine für uns. Unsere Map wurde nur in unseren Vereinsprojekten gepostet, die andere wurde in der Facebookgruppe erklärt. 
Leider jedoch, soweit nachvollziehbar, haben nicht alle Facebook-Gruppenmitglieder die Karte tatsächlich genutzt (vielleicht gäbe es dann mehr Happy Ends ?!) und so gut wie niemand hat Dank dieser Gruppe das zurück-nach-Hause-finden umsetzen können. Die meisten Happy Ends entstanden als Folge durch regionaler Postings in entsprechenden Regionalgruppen und/ oder Anzeigenplattformen. Gemessen anhand der Gruppenmitglieder zeigt die Grafik den Anteil jener, die die Karte (nicht) nutzten. Nicht eingerechnet wurden jene, die in der Gruppe lesen und posten, jedoch kein Mitglied sind. Die Dunkelziffer der nicht-Nutzer der Map dürfte daher leider deutlich höher sein.

 

Finanziell lohnt sich die Arbeit leider überhaupt nicht, da die gesamten Kosten und den Zeitaufwand jeder Admin und Moderator selbst trägt. Unser Verein hat leider keinen einzigen Cent für die Arbeit erhalten. Nun ist es als Verein natürlich nicht Ziel, Gelder zu generieren, wir hätten uns allerdings mehr Wertschätzung erhofft.

Unser Fazit:
Aus unserer Sicht ist die Facebookgruppe sehr wertvoll und gehört "in aller Munde". Es ist die einzige Gruppe, die in diesem Umfang und dieser Zeitspanne Fundtiere und vermisste Schildkröten aus verschiedenen Quellen zusammenführt und wertfrei daran interessiert ist, Schildkröten zurück nach Hause zu bringen. Dank der Google Map ist es für Suchende sehr leicht, in jedem einzelnen Umfeld zu schauen, welche Schildkröten wo gefunden und vermisst werden. Aufgrund dessen, dass jedoch keine direkte Zusammenarbeit mit den Findern/ Suchenden statt findet, muss die Map regelmäßig stichprobenartig auf Aktualität überprüft werden. Je mehr Pins hinzu kommen, desto zeitaufwändiger ist es. Wenn innerhalb eines halben Jahres über 4000 Pins generiert wurden mit einem Zeitaufwand von bis zu 4 Stunden am Tag, kann man sich vorstellen, wie im Laufe der Zeit die Arbeit und der Aufwand zunimmt. Um die Arbeit zu erleichtern, zu refinanzieren, aber auch noch weiter zu vermarkten, bedarf es weitere Moderatoren und Aktionen. Da uns leider die Zeit fehlt, können wir dies nicht übernehmen, wünschen dem gesamten Team aber eine erfolgreiche weitere Zeit und danke für das großartige Engagement! Wir können auf jeden Fall jedem empfehlen, die Gruppe zu nutzen und vielleicht auch ein kleines Dankeschön an das Moderatoren-/ Adminteam zukommen zu lassen.