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Verletzte Fundschildkröte

Projekt: "Fundschildkröte mit schwerer Verletzung"

Zahlreiche Schildkröten entkommen ihrem Gehege und die Besitzer suchen verzweifelt nach ihnen. Finder werden darauf aufmerksam und möchten bei der Besitzersuche behilflich sein. In diesem Fall wurden wir von einer Finderin kontaktiert, welche eine verletzte Schildkröte gut versorgt wissen wollte. 

 

In diesem Projekt wurde die Aufnahme einer verletzten Landschildkröte erprobt und erforscht, das heißt vom Erstkontakt über tierärztliche Betreuung, Meldung des Fundtieres bei Behörden, Suche nach dem Besitzer bis hin zum Einleben in den Schildkrötenalltag werden die Schritte unter Einhaltung der Vereinsstatuten festgehalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Zur Finanzierung des Projekts ist das Gewinnen von Fördergeldern vorteilhaft, da die Kosten höher sind, als zum Zeitpunkt des Projekts die Vereinskasse an Budget zur Verfügung stelle konnte. Die Einnahmen kommen gemäß der Vereinsstatuten dem Verein und seinen Projekten zugute.

Zeitrahmen

Das Forschungsprojekt startete am 21.04.2026. Das Projekt wurde vorerst auf 99 Jahre beschränkt und kann bei Bedarf verlängert werden.

Projekt Ablauf

Am 21. April wurden wir via Facebook von der Finderin kontaktiert. Da sie den Fund des Tieres auch selbst geteilt hatte, wurden wir auch von weiteren Lesern kontaktiert. Es erweist sich daher als sehr wirkungsvoll, mit Such- und Fundmeldungen an die Öffentlichkeit zu gehen. Je mehr Menschen davon in Kenntnis gesetzt werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit auf Unterstützung und Zusammenführung.

 

 

Wir entschieden uns, die schwer verletzte Schildkröte in Obhut zu nehmen, auch wenn dies nicht der Schwerpunkt unser Vereinsarbeit ist. Die Schildkröte brauchte dringend Hilfe und es erschien uns am besten für alle Beteiligten, wenn wir uns dem annehmen. Nach nur wenigen Telefonaten erklärte sich der Tierarzt bereit, die Schildkröte noch am selben Abend zu operieren. Wir brachten sie vorbei, klärten notwendige Dinge und wurden am Abend telefonisch über den Zustand aufgeklärt: Sie habe alles gut überstanden und hätte schon wieder Appetit. Zur Beobachtung blieb sie über Nacht noch dort. Am Folgetag konnten wir sie abholen. Sie erschien agil und die Wunde sauber vernäht. Auch wenn die Schildkröte nun etwas üben muss, mit nur drei Beinen klar zu kommen, machte sie einen guten Eindruck. Wir bekamen Antibiotika und Schmerzmittel mit, um sie täglich damit versorgen zu können.

 

 

Die Tierarztkosten wurden zum Großteil vom Verein "Chüücha" getragen, einen Teil übernahm der Tierschutz und den Rest glichen wir privat aus.

Unterstützen

Im Wartezimmer

Kurz nach der OP

Draußen im vorübergehenden Quarantäne Gehege


Bei Schlechtwetter: Innenhaltung

Erster Kotabsatz

Fäden ziehen


Umzug ins Quarantäne-Außengehege


Hinweis Triggerwarnung: 

Aufgrund offener Wunden haben wir die "speziellen" Bilder dem Button hinterlegt. So kann jeder selbst entscheiden, ob er sich diese ansehen möchte.

Das Fundtier wurde fotografiert, bei der Behörde und Gemeinde gemeldet. Außerdem wurden Flyer aufgehängt, bei Facebook geteilt, Zettel im Fundort und beim Billa aufgehängtKleinanzeige geschaltet und die lokale Zeitung berichtete darüber.

Am 25.04.2026, also erst 4 Tage nach dem Fund, hat die Schildkröte das erste Mal Urin abgesetzt. Die Urate sahen gut aus.

Gute Hygiene ist nach wie vor wichtig, um mögliche Infektionen und Ansteckungen zu vermeiden.
Die Schildkröte ist ansonsten fit, hat Appetit, sonnt sich, schläft und läuft herum. Baden und trinken scheint (noch) nicht beliebt zu sein.
Da die Medikamente stark auf die Nieren gehen, wurde täglich gebadet, um die Nierentätigkeit, Urin- und Kotabsatz zu fördern. Inzwischen sind keine Medikamente mehr nötig und damit entfällt auch das "Zwangsbad".

Das Quarantänegehege war zu Beginn eine Nagerwanne, damit diese mobil je nach Wetterlage drinnen oder draußen stehen kann. Die UV Lampe (Bright Sun Desert) ist leider kaputt gegangen, aber die Spotlampen überbrücken die wenigen Schlechtwettertphasen. Da die Schildkröte aufgrund des fehlenden Beins noch nicht so mobil ist, reichte die Wanne vorübergehend aus. Das Gitter dient sowohl als Ausbruchschutz (wobei sie wegen des fehlenden Arms noch nicht kräftig genug wäre) sowie vorbeugend dafür, dass sich unsere Katze nicht dazu legt. Daher als Info: Diese Gehegegröße dient nicht als Vorbild für adulte Männchen, sondern ist lediglich aufgrund der Amputation und damit verbundenen eingeschränkter Mobilität akzeptabel. Es ist kein Dauerzustand und für "normale" Krankenstationen zu klein!

 

Nach 8 Tagen hat sie das erste Mal Kot abgesetzt, welcher auf Parasiten untersucht wurde. Das Ergebnis mit hochgradigem Befall an Oxyuren erforderte eine Wurmkur.
Die Fäden sind inzwischen gezogen, die Wunde verheilt gut.

Nachdem die Wunde ausreichend verheilt war, durfte die Schildkröte in den Außenbereich umziehen, aber auch dieser dient wie gesagt nicht als Vorbild, sondern maximal als akzeptable Zwischenstation für Notfälle.

 

Ein Besitzer hat sich bisher noch nicht gemeldet, dafür aber viele Menschen, die die Schildkröte übernehmen wollten, ohne zu dem Zeitpunkt der Kontaktaufnahme etwas über das Tier zu wissen. Wir möchten an dieser Stelle daher klar stellen: auch wenn die Pflege von Fundtieren nicht die Hauptaufgabe des Vereins ist, verteilen wir nicht wild irgendwelche Schildkröten, schon gar nicht wenn die Haltung nicht unseren Ansprüchen entspricht. Uns ist sowohl die Suche nach dem Besitzer wichtig, wie auch eine artgerechte Versorgung. Viele von denen, die sich bei uns gemeldet hatten, hatten entweder gar kein Wissen über die Tiere, oder haben ihren eigenen Tierbestand Bestand nicht zu unserer Zufriedenheit gehalten, eine freundliche Aufklärung unsererseits führte nicht zur gewünschten Einsicht. Es sei angemerkt, dass einerseits nicht jedes Tier zu jedem Menschen passt, andererseits ein gewisses Maß an Grundwissen vorhanden sein sollte und damit zusammen hängend auch ein fertiges Zuhause für den Neuzugang. Wir haben unsere Werte, die uns sehr wichtig sind und dafür einstehen. Da die Schildkröte aktuell in unserer Verantwortung liegt, sehen wir davon ab, sie in andere Hände abzugeben. Daher geben wir das Tier lediglich an den rechtmäßigen Besitzer heraus.

Projekt: "Verein und seine Projekte bewerten"


Projekt Ergebnis

 

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